Dienstag, 30. April 2013

BMW R75/6 von Kingston Custom

Foto: Kingston Custom
Diese rote BMW R75/6 ist eine wirkliche Überraschung. Zum einen ist aus einem hochbeinigen Tourenbrummer ein sehr attraktiver, flacher Bobber entsprungen, was bei einer BMW schon mal eine echte Leistung ist. Zum anderen kommt dieses Bike nicht etwa aus der Brat Style-Schmiede in Tokio, sondern, hömma!, aus den Hallen von Kingston Custom in GELSENKIRCHEN!

Der Macher hinter Kingston Custom heißt Dirk Oehlerking und lebt seit 20 Jahren im Ruhrgebiet. Mit seiner 35-jährigen Motorraderfahrung (u.a. Deutscher Enduromeister 1985) zählt Dirk zu den erfahrensten Motorradmechanikern in Deutschland und befindet sich heute in der beneidenswerten Lage, exakt nur noch die Motorradprojekte zu verwirklichen, die ihn persönlich interessieren.

Jüngstes Kind (Stand: April 2013) ist eine BMW R75/6 im Bobber-Style. Dementsprechend wurden u.a. der vordere Kotflügel von Dirk entfernt und nach hinten versetzt sowie alle "überflüssigen" Bestandteile weggenommen. Dreh- und Angelpunkt seiner Arbeit ist allerdings der zierliche Yamaha RD 50 Mokick-Tank anstelle des originalen BMW-Faßes, der das gesamte Wesen des alten Boxers radikal verändert und ihn quasi neu erfindet. Eine geniale Idee! Und noch was Entscheidendes, bevor wir es vergessen: Dieses Motorrad hier hat eine Straßenzulassung!

Foto: Kingston Custom


Oben: Die Gabel wurde gekürzt und der /6-Scheinwerfer gegen ein kleines Exemplar getauscht. Die Elektrik wanderte ins Motorgehäuse. Kleiner Drehzahlmesser hinterm Lenkkopf. Schalldämpfer aus dem Zubehör. Reifengrößen unverändert 19 (vorne) und 18 Zoll. Die Doppelscheibenbremse kommt vom einem /7-Modell, stört den Auftritt aber überhaupt nicht.

Unten: Der zweite geniale Einfall: Die hinteren Federbeine wurden hier direkt am Rahmen angelenkt und der sperrige Hilfsrahmen ersatzlos gestrichen. Als Folge wurde die Silhouette der BMW optisch abgesenkt und ähnelt, auch dank der federlosen Dämpfer, einem alten Bike mit Starrahmen. Der Sitz suggeriert einen Schwingsattel und findet im offenen Dreieck über den Federbeinen seinen natürlichen Platz. Und die Batterie verschwindet aus dem Rahmen ins Schattenreich unter der Kardanwelle.

Foto: Kingston Custom


Foto: Kingston Custom


Oben: Rücklicht und Kennzeichenhalter tiefergelegt bzw. nach links versetzt. Schöne Details sind der mattierte Mittelsteg der Felge und der Seitenständer mit einem angeschweißtem Ringschlüssel als Fuß.

Unten: Die originalen Hebel und Gabelbrücke wurden mattiert; Ochsenaugen und Griffgummis aus dem Zubehör im passenden Look. Kaum Kabelgedöns. Das selbstgemalte BMW-Logo wirkt mit dem hellen Blauton sehr nostalgisch. Und eine Linierung am Tank und Kotflügel müssen bei einer alten BMW schon sein.

Foto: Kingston Custom


Foto: Kingston Custom


Oben: Die linke Seite gibt nochmal Hinweise auf das Verhältnis zwischen Sitzhöhe und den Fußrasten (jetzt am Platz der Soziusrasten). Langbeinige werden ihre Haxen ziemlich falten und Stiefel mit hohen Absätzen tragen müssen, damit die Füße nicht von den Rasten rutschen. Aber, is halt so. Übrigens geht der Kingston BMW-Bobber für 15.000 Euro über die Ladentheke. Ein absolut fairer Preis für ein sehr gut konzipiertes, fahrsicheres und perfekt aufgebautes Custom Bike "Made in Germany".


Mehr Infos zu Dirk Oehlerking und Kingston Custom
Kingston Custom Blog / Homepage: kingston-custom.de
Kingston Custom auf Bikeexif.com: bikeexif.com
Kingston Custom - Interview auf Bubblevisor: bubblevisor.blogspot.de

1 Kommentar:

  1. nettes Bike
    würde gut zu meinen Projekten passen !

    http://speed-engineering.blogspot.de/

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